Eishöhle – Vulkanlandschaft
Führer zu den Attraktionen

Wilkommen bei der Eishöhle und dem Bandera Krater. Wir bieten Ihnen zwei Wanderpfade an, die jeweils am Handelsposten beginnen. Der südliche Weg führt zur Eishöhle; der westliche zum Bandera Krater. Am Weg gibt es mehrere numerierte Markierungen, die in diesem Prospekt erläutert sind. Sie können mit jedem der beiden Wanderwege beginnen. Folgen sie einem Pfad zum Ausichtspunkt und kehren Sie auf gleichem Wege zurück, um danach den zweiten zu erkunden. Bleiben Sie bitte auf den ausgebauten Wegen, damit die Lava und das Pflanzenleben ungestört und so erhalten bleiben, wie sie jetzt sind, und hinterlassen Sie bitte keinen Abfall. Sie können diesen Prospekt als Souvenir mitnehmen, oder wieder abgeben, damit er an weitere Besucher gegeben werden kann. Vielen Dank und geniessen Sie ihre Wanderung.

1. Historischer Handelsposten

Der Handelsposten wurde in den 30er Jahren zusammen mit einem Saloon und einer Tanzhalle gebaut. Damals war die Zuni Mountain Eisenbahn noch in Betrieb und die Holzindustrie in voller Blüte. Man hielt das Bier mit dem Eis aus der Eishöhle kalt. Im Jahre 1946 trafen Dave und Reddy Candelaria ein und begannen den Ort zu einer touristischen Attraktion auszubauen. Im Handelsposten werden Schmuck, Töpferwaren, Decken und anderes Kunsthandwerk der hier ansässigen Indianerstämme angeboten. Zusätzlich zu zeitgenössischer indianischer Kunst werden im historischen Handelsposten auch antike Kunstgegenstände gezeigt. Die meisten davon wurden in der Lava gefunden und sind zwischen 800 und 1200 Jahre alt.

2. Bandera Lavafeld

Das Lavafeld, das Sie hier sehen, besteht hauptsächlich aus Aa-Lava. Aa-Lava besteht aus zackiger gebrochener Lava, die ensteht, wenn die Oberfläche des Stroms abkühlt und aushärtet, während die Lava darunter immer noch in Bewegung ist. Diese Region nennt man El Malpais, was der spanische Begriff für "Schlechtes Land" ist. Eine Legende der Pueblo Indianer besagt, dass es sich bei diesem Lavastrom um das Blut des Kachine KauBat handelt.

3. Antike verdrehte Bäume

Die in der Lava wachsenden Bäume haben es schwer, tiefreichende Wurzeln auszubilden. Darum wachsen sie verdreht und knorrig. Zudem können die schwachen Wurzeln die Bäume nicht gegen starken Wind schützen. Sie sehen am Wegesrand viele umgestürzte Bäume. Immerhin hat die Lava viele dieser Bäume vor den Holzfällern früherer Tage geschützt. Der in etwa 22 Meter Entfernung mit gelben Bändern markierte Baum ist die wahrscheinlich älteste Douglas Tanne in New Mexico. Sie wird auf 700 Jahre geschätzt.

4. Natürlicher Kühlschrank

In früheren Tagen gab es am Grund dieser kleinen Höhle Eis. Die Candelaria Familie nutzte sie als ihren Kühlschrank bevor es hier draußen Elektrizität gab.

5. Senken

Hier sehen Sie eine große Senke. Senken entstehen, wenn Lava-Röhren zusammenbrechen. Manchmal verspannt sich die Oberfläche nur und hinterlässt seichte Einbuchtungen, wie sie auf der linken Seite des Weges zu erkennen sind. Weiter oben sind einige Senken vollständig kollabiert, wie die eine, die Sie auf der rechten Seite des Weges sehen können. Beachten Sie bitte: Bleiben Sie unbedingt auf dem Pfad.

6. Ruinen der Anasazi Indianer

Die kreisförmigen Stapel aus Lava, die Sie hier sehen, sind Ruinen der Anasazi Indianer. Wenn Sie genau hinsehen, können Sie Stapel von Lavagestein sehen, die eine Wand am Eingang einer kleinen Höhle bilden. Bei dieser Höhle handelt es sich um eine Röhre nah der Oberfläche. Die isolierende Eigenschaft der Lava macht sie zu einem idealen Obdach. Die antiken Stücke, die im Handelsposten gezeigt werden, wurden an Plätzen wie diesem gefunden. Die Gegenstände wurde in den 40er und 50er Jahren entdeckt. Bitte helfen Sie dabei, diese antiken Stätten zu bewahren und bleiben Sie auf dem Pfad. Es ist gesetzlich verboten antike Ruinen zu betreten und Gegenstände oder Lava mitzunehmen.

7. Lava Röhren

Dies ist ein Abschnitt einer eingebrochenen Lava-Röhre. Eine Lava-Röhre entsteht, wenn geschmolzene Lava aus einem Vulkan quillt. Die Oberfläche erkaltet, während darunter weiterhin Lava fließt. Die poröse Lava isoliert sehr gut und hält die Lava unter der Oberfläche flüssig. Das erzeugt eine Art Pipeline aus Lava, die Lava-Röhre genannt wird. Diese hier wird Bandera Lava-Röhre genannt. Sie ist 28 km lang und damit wohl die längste in Nordamerika. Sie ist größtenteils zusammengefallen aber hier und dort sind Höhlen geblieben, wie diejenige dort unten. Auf der anderen Seite der Röhre sehen Sie zwei Balken. Sie gehörten zu einer der Leitern, die ursprünglich in die Höhle führten. Benutzen Sie beim Hinabsteigen bitte die Handläufe und seien Sie vorsichtig.

8. Flechte und Bergmoos

Das Grün und Orange, das Sie auf der Lava sehen, sind Flechte und Moos. Das Moos hier ist Bergmoos und ist so weit südlich sehr selten. Der schuppige grüne und orange Bewuchs besteht aus Flechten.

9. Die Eishöhle

Die Temperatur in dieser Höhle steigt nie über den Gefrierpunkt. Wenn Regenwasser oder geschmolzener Schnee in die Höhle fließt, wird der Eisboden dicker. Das Eis ist ungefähr 6 Meter dick. Das tiefste Eis ist am ältesten und wird auf 3400 Jahre geschätzt. Die grüne Färbung wird durch arktische Algen hervorgerufen. Die hintere Höhlenwand wurde in früheren Jahren durch die Indianer geformt und durch Siedler, die das Eis abgebaut haben. Im Jahr 1946 wurde der Eisabbau gestoppt und diese Wand war fast 4 Meter hoch. Seitdem ist der Eisboden wieder gewachsen. Die Wachstumsrate des Eises variiert analog zu den Niederschlagsmengen. Die Ursache für die Eisbildung seit 3400 Jahren ist unbekannt. Dennoch, sein Bestand ist durch die Kombination von Gegegebenheiten gesichert, die eine natürliche Kühltasche ergeben: 6 Meter dickes Eis in einer sehr gut isolierten Höhle, in der die Kalte Luft gefangen bleibt. Die Pueblo Indianer nannten die Höhle Wintersee. Um diese empfindliche Umgebung zu bewahren betreten Sie bitte nicht das Eis.

10. Blitzschlag Baum

Auf Lava wachsende Bäume haben ein weiteres Problem. Dieser Lavafluss ist sehr eisenhaltig. Darum schlagen in die hier wachsenden Bäume häufig Blitze ein. Dieser Baum wurde im Juli 1992 von einem Blitz getroffen. Wenn Sie genau hinsehen, erkennen Sie weitere Bäume, die von Blitzen getroffen wurden. Blitzschläge sind die häufigste Ursache für Waldbrände. Rauchen ist eine weitere Hauptursache für Waldbrände. Bitte rauchen Sie hier nicht.

11. Spritzkegel

Diese Lavaformation nennt man Spritzkegel. Sie entsteht, wenn kleinere Luftblasen die geschmolzene Lava formen. Eine Woge heißer Luft strömt durch die Lava und bildet Blasen und Röhren. Wenn die Luft durch die Oberfläche bricht, spritzt die Lava heraus und es entsteht ein Luftloch, wie Sie es hier sehen können.

12. Wildtiere

Hier ist ein guter Platz für die Beobachtung der Wildtiere dieser Region. Tagsüber können Sie Streifenhörnchen, Eichhörnchen, Eidechsen und Vögel sehen. Am Morgen und abends sind Rehe und Elche zu beobachten. Ab und zu wandern Bären und Berglöwen hier vorbei. Im Sommer ist es nicht ungewöhnlich eine Ochsenschlange (kleiner Kopf, dicker Körper) auf dem Weg anzutreffen. Die hier heimischen Vogelarten umfassen Rotkehlchen, weißbrüstige Kleiber, braunköpfige Hausvögel, grauköpfige Spatzen, schwarzköpfige Kernbeißer, Morgentauben, Kolibris, Spechte, Eichelhähre und wilde Truthähne.

13. Mehr über Bäume

In dieser Gegend wachsen viele unterschiedliche Baumarten. Die Ponderosa und Pion Kiefern sind am häufigsten. Die jungen Ponderosa Kiefern haben eine schwarze Borke und werden Black Jack Kiefern genannt. Wenn die Ponderosa Kiefer altert, wechselt ihre Borke in einen gold-organge Ton. Es gibt hier einige sehr alte Ponderosa Kiefern. Die ältesten sind ungefähr 500 Jahre alt. Douglas Tannen sind hier ebenfalls weit verbreitet. Sie haben die Form klassischer Weihnachtsbaume. Die älteren haben abgestorbene Kronen. Ein weiterer üblicher Baum ist der Alligator Wachholder. Er wird wegen des Aussehens seiner Rinde so genannt. Diese Wachholder sind eher buschförmig und können über 1000 Jahre alt werden. Es sind auch einige "Spielereichen" (Anm. des Übersetzers: an denen wurden früher Falschspieler aufgehängt – daher der Name) zu sehen. Ein paar sind oberhalb des Weges am Hang des Vulkans. Am Wegesrand werden Sie auch einige Bäume mit weißer Rinde und münzförmigen Blättern sehen. Das sind Espen. Im Herbst verfärben sich ihre Blätter gelb und orange.

14. Vulkanland

Wenn Sie ihren Blick in die Ferne schweifen lassen, sehen sie mehrere weitere Vulkane, die alle zur El Malpais Region gehören. Es gibt hier 29 Vulkane. Von hier aus sollten sie ungefähr 15 von ihnen sehen können. Zu Ihrer Rechten, dem Südwesten, finden Sie die Banderas Zwillinge und Cerro Bandera (der größte und naheliegenste). Zum Osten hin sind die nächsten: Arizona, Comadre, Americana, Rendaja, Leonides, Hoya De Cibola, Hueto, Lost Woman (verlorene Frau), Twin Craters (Zwillingskrater), El Calderon und der Candelaria Krater.

15. Schlackekegel-Formation

Hier sehen Sie einen Querschnitt des Vulkans. Dieser Vulkan ist ein Schlackekegel. Er entstand als die Erde sich hier aufblähte. Wahrscheinlich brach eine Spalte auf und unter hohem Druck schoss Lava heraus. Das geschmolzene Gestein erhärtete in der Luft und fiel als Schlacke auf den Boden zurück. Im weiteren Verlauf des Ausbruchs wurde der Schlackekegel größer und größer. An dieser Stelle sehen Sie die verschieden großen Schlackestücke, aus denen dieser Berg besteht.

16. Ausgelaugte Lava

Wenn Lava altert, laugen die verschiedenen in ihr enthaltenen Elemente aus. In der Lava kommen die folgende Elemente vor: Sauerstoff, Silizium, Eisen, Aluminium, Kalzium, Magnesium, Natrium, Schwefel, Kalium, Titan und weitere Spurenlemente. Sie können hier Kalzium (weiß), Natrium und Schwefel (gelb) und Eisen (rot) aus dem Stein austreten sehen.

17. Spielplatz des Teufels

Unten sehen Sie den Anfang des Bandera Lava-Röhrensystems. Das ist die große Felsschlucht die sich aus dem Krater herausschlängelt. Hier kann man erahnen, wie gewaltig der Ausbruch gewesen sein muss. Schäfer nannten diesen Bereich den "Spielplatz des Teufels". Die Lava ist sehr scharf, zackig und gibt Klapperschlangen ein ideales Zuhause. Es ist äußerst gefährlich dort hinabzusteigen. Bleiben Sie auf jeden Fall auf dem Pfad.

18. Aussichtspunkt Badera Krater

Der Badera Krater ist der größe Vulkan mit Schlackekegel der Region. Er brach vor ungefähr 10.000 Jahren aus. Es gab zwei Phasen der Eruption: Zuerst entstand der Schlackekegel, dann brach ein gewaltiger Lavafluss seitlich aus. Geschmolzene Lava ist über 1.100 Grad Celsius heiß. Der Badera Lavafluss ist etwas 36,8 Kilometer lang. Am Ende des Ausbruchs fiel die Lava abrupt in den Hauptschacht zurück, wodurch der Boden des Kraters tiefer liegt, als der äußere Lavastrom. Der Krater hat oben etwa 425 Meter im Durchmesser und ist 243 Meter tief. Der Aussichtspunkt liegt 2.450 Meter über dem Meeresspiegel; der Berggipfel 2.550 Meter. Mit der Zeit verlangen Erosion und Schwerkraft ihren Tribut und der Krater füllt sich langsam mit Schlacke und Gestein. Das führt zu einer sehr instabilen Umgebung. Bitte gehen Sie nicht über diesen Aussichtspunkt hinaus. Es ist nicht nur äußerst gefährlich sondern beschädigt auch den Krater.

Deutsche Übersetzung: Robert Kuhlmann, Bremen, Germany, Sept. 2001
Kontakt:  robert.kuhlmann1@ewetel.net

Many thanks to Robert Kuhlmann for this translation.